Hundegesundheitstrainer

Mein Studium

Seminar „Lernen und Erziehung“ – Teil I

Hinterlasse einen Kommentar

Hallo zusammen,

Am vorletzten Wochenende habe ich zusammen mit meiner Hündin Indra an einem freiwilligen Seminarwochenende des Fortbildungsinstituts für Tierpsychologen u.-heilpraktiker (FITH) teilgenommen. Es war der erste Teil des Seminars „Lernen und Erziehung“ mit Frau Dorothée Schneider.

Stadtschaenke

Nach einer etwas längeren Fahrt als geplant (Schneechaos, Staus, Umwege durch die Pampa) sind Indra und ich dann freitags gegen 19.30h im Hotel „Zur Stadtschaenke“ im Kraichtal angekommen. Der Empfang war sehr nett, und die Zimmer gemütlich, einladend und gepflegt. Nach einer kurzen Rast haben Indra und ich uns dann erstmal gestärkt und ich kann Euch versichern: verhungern wird in der Stadtschaenke wohl niemand!!! Ich habe selten in meinem Leben so grosse und prall gefüllte Teller gesehen und geschmeckt hat’s dann auch noch superlecker! Das hat sich dann SO auch über’s ganze Wochenende gezogen – wie gut dass wir viel an der frischen Luft waren und Bewegung hatten. 😉
Nach dem Essen und einer kurzen Gassirunde haben wir dann auch prompt Anschluss gefunden und die ersten beiden anderen Teilnehmerinnen des Seminars getroffen: Kati und Lisa – Luxemburg meets Österreich & Schweiz in Deutschland – ist das nicht schön? Wir Mädels haben uns auf Anhieb super verstanden und gleich noch ein nette Plauderrunde gehabt, bevor wir alle dann erschöpft und in freudiger Erwartung auf die kommenden 2 Tage in unseren Zimmern eingeschlafen sind.

Am Samstag ging’s dann gleich nach dem Frühstück los, zusammen mit einer 4. Teilnehmerin, Julia, die wir im Hotel morgens gleich mit eingesammelt haben und die uns nicht weniger sympatisch war 🙂 (Danke für die beiden Fotos). Nach 5 Minuten Fahrt erreichten wir dann das Gelände der Gespann- Fahrvereinigung Kraichgau:

Insgesamt waren wir zwischen 16 und 18 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und eben Luxemburg. Das Gelände und das Häuschen haben mir sehr gefallen, allerdings war es an diesem Wochenende recht kalt und während der Übungen draussen mussten Mensch wie Hund sich schon arg zusammen reissen…

Indra war natürlich nicht der einzige Vierbeiner dort: vom Chihuaha über den Aussie, wunderhübsche grosse und kleine Mixe, den Schäferhund bis hin zur Deutschen Dogge war eigentlich alles dabei.

"Doggen" unter sich ;-)

„Doggen“ unter sich 😉

Auffällig war die friedliche und entspannt ruhige Stimmung unter den Hunden, die sich zusammen mit ihren Menschen den Raum geteilt haben – das ist auch gleich der Seminarleiterin aufgefallen. So sollte das sein und so macht das Lernen sowohl den Zwei- als auch den Vierbeinern Spass!

Auf dem Programm des 1. Wochenendes von insgesamt 3 – und nicht 2, wie wir fälschlicherweise informiert wurden – standen das allgemeine Lernverhalten des Hundes und das entspannte Gehen an der Leine. Ich muss zugeben, dass das Leinentraining bei mir und Indra (wie auch bei meinen beiden Rüden) nicht sehr ausgeprägt ist: die meiste Zeit laufen meine Hunde frei. Und weil das so gut klappt, habe ich mir nie die Mühe gemacht, ordentliches an der (langen) Leine gehen mit ihnen zu üben. Bis dato. Denn das Wochenende hat mir gezeigt, dass das Leinentraining sehr effektiv ist, um an der Bindung zwischen Hund und Mensch zu arbeiten. Ich habe mittlerweile grosse Lust, mit meinen Hunden mehr zu arbeiten und das Team „Mensch-Hund“ noch harmonischer werden zu lassen.

Wir durften die Ideen, Denkanstösse und Trainingspraktiken natürlich gleich vor Ort mit unseren Hunden selbst ausprobieren. Schlagwörter sind hier: „Stop & Go“-Training an der Leine, Spiegeln und die Zielschlaufe. Ich habe während der vergangenen Woche schon intensiv mit meine Hunden daran gearbeitet und die Fortschritte sind wirklich riesig. Das Training macht uns allen Spass: ich sehe den Erfolg und die Hunde sind ganz wild auf ihre Belohnungen und das Lob – wir arbeiten ausschliesslich mit positiver Verstärkung!

2 ganz tolle neue „Werkzeuge“ wurden mir bei dem Seminar dann auch mitgegeben: der „Bärengang“ und die Einführung ins Clicker-Training. Der Bärengang ist eine einfache Methode die Aufmerksamkeit des Hundes zu teilen und ihm dabei zu helfen, sich zu entspannen: man kreuzt die Hände hinter dem Rücken und schlendert ganz langsam und auffällig breitbeinig vorwärts. Sobald der Hund neugierig geworden ist, lässt man hinter sich nach und nach Leckerlies fallen. Der Hund muss diese nun erschnüffeln. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass nur 3 Wiederholungen nötig waren, bis alle meine 3 Hunde meine „seltsame Gangart“ mit dem Fallen von Leckerlies hinter mir verknüpft hatten. Der Bärengang ist sehr universell einsetzbar. Die Übung eignet sich sowohl für ängstliche, „normale“ als auch für schnell erregbare Hunde, da der entspannende Effekt allen zugute kommt. Der Hund kommt automatisch in eine entspannte Körperhaltung und dadurch, dass die Aufmerksamkeit geteilt wird, lenkt die Tätigkeit vom angst machenden bzw. erregenden Stimulus ab. Die Übung ist auch ideal als Abschluss von einem Training: der entspannende und beruhigende Effekt hilft dabei, dass das eben Erlernte sich festigen kann. –> Details & Video zum Bärengang

Clicker, Leckerlies & Beutel

Clicker, Leckerlies & Beutel

Weiter ging’s mit dem Clicker-Training. Ich muss sagen, dass mich diese Form der Arbeit mit dem Hund bisher nicht sonderlich interessiert hat. Aber da ich generell aufgeschlossen gegenüber Neuem bin, habe ich es zuhause einfach mal ausprobiert und es macht einfach nur Spass zu sehen, wie schnell und gerne die Hunde damit lernen.

Ausserdem konnte ich beobachten, wie einem noch völlig unerfahrenen Hund in dem Bereich die ersten Schritte des „Bei Fuss“-Kommandos beigebracht wurden: der Hund wurde aus der Grundstellung (Sitz am Fuss des Besitzers) mit einem Leckerchen 1-3 Schritte weitergelockt und musste dann von selbst wieder in die Grundposition um sein Leckerchen zu erhalten. Das fand ich auch sehr interessant und motivierend, denn das Kommando „bei Fuss“ ist bei uns noch ausbaufähig. Ich habe mich dazu entschlossen, hierfür den Clicker einzusetzen. Ich habe alle 3 Hunde kurz auf den Clicker konditioniert und wir üben jetzt, wie oben beschrieben, aus der Grundposition heraus in die nächste mit Click und Leckerchen als Bestätigung. Die Distanzen zwischen 2 Grundpositionen, in denen die Hunde bei Fuss laufen müssen, werden langsam vergrössert und in den nächsten Tagen werde ich versuchen das Kommandosignal einzuführen. Natürlich übe ich immer einzeln mit den Hunden, entweder durch getrennte Gassigänge oder einer trainiert mit mir, während die anderen frei laufen, immer abwechselnd. Das klappt eigentlich viel besser als gedacht und genau so machen wir das auch mit dem Leinentraining (Stop & Go und Zielschlaufe).

In den Mittagspausen haben wir dann wieder in der Stadtschaenke gegessen, abends auch – natürlich nur der Teil der Gruppe, der auch dort übernachtet hat. Abends fielen alle müde aber glücklich in ihre Betten – ich denke, da darf ich getrost für alle sprechen!? So sah das dann in etwa im Zimmer 28 aus:

Wohlverdienter Feierabend

Wohlverdienter Feierabend

Es war wirklich eine überaus nette Runde, sehr interessante Menschen, mit ihren individuellen Erfahrungen und Plänen für die Zukunft, unterschiedlichen und überaus wertvollen Ansichten zur Hundehaltung und -erziehung. Es wurde viel gelacht und viel gelernt, was will man mehr? Ausser vielleicht: Fotos! Es wurden leider kaum Fotos gemacht. Ich selber gelobe Besserung, aber bei den Wetterverhältnissen kann man es wohl niemandem verübeln, dass daraus diesmal nichts wurde… Schade.

Indra

Indra

Auch Indra hatte mächtig Spass an diesem Wochenende. Sie wurde verwöhnt und reichlich von allen Seminarteilnehmern geknuddelt, durfte überall dabei sein, hat neue Hundekontakte geknüpft und natürlich hat auch sie viel gelernt. Mir ist mehr denn je bewusst, was für ein toller Hund sie ist und was für eine besondere und intensive Beziehung wir zueinander haben. Diese Wochenenden sind unendlich wertvoll für uns beide und ich kann sagen, dass wir es beide sichtlich genossen haben!

Ich freue mich schon sehr auf den 2. Teil des Seminars, der am 23./24. März stattfinden wird. Im Fokus stehen dann das Training an der Schleppleine und der Rückruf sowie der Superschlachtruf. Hierfür muss ich mir dann noch eine Hundepfeife besorgen und mir einen „Jackpot“ überlegen… Und die Zeit bis dahin werde ich mit meinen Wuffels nutzen, um das bisher Erlernte in die Tat umzusetzen. 🙂

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s