Hundegesundheitstrainer

Mein Studium

Zweifel, Enttäuschung, neue Motivation und Zukunft

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Diesen Beitrag zu schreiben, fällt mir ehrlich gesagt nicht ganz leicht.
Immer schwerer habe ich mich damit getan, zu schreiben, und so habe ich dann vieles vor mir hergeschoben oder auch einfach gar nicht berichtet.

Warum ist das so? Ich bin ein Mensch der grundsätzlich Freude am Schreiben hat. Mir fällt es leicht – wenn die richtige Motivation da ist und es Schönes zu erzählen gibt. Dann geht mir das leicht von der Hand, weil es direkt vom Herzen kommt. Vielleicht bin ich auch nach dem Motto erzogen worden: wenn man nichts Nettes zu sagen hat, soll man lieber gar nichts sagen?

Immer nur hier rein zu schreiben, wann ich welche Lektion mit welchem Prozentsatz bestanden habe, wurde mir wohl doch irgendwann zu heuchlerich… Um es vorweg zu nehmen, ich habe letzte Woche die letzte Lektion meines Studiums abgeschlossen, der Vollständigkeit halber werde ich natürlich auch noch die Ergebnisse posten. Aber das ist nicht das, was ich in erster Linie zu sagen habe.

Ja, ich bin fertig mit allen Lektionen.
Seit den Praktika im Mai und Juni 2014 hat meine Begeisterung für den Hundegesundheitstrainer und für die ATM aber leider deutlich nachgelassen. Irgendwie habe ich das Gefühl dass die ATM viel gewollt hat, vielleicht zuviel und dabei auch zuviel versprochen hat. Das Konzept scheint mir nicht bis zum Ende gut durchdacht und vor allem habe ich das Gefühl, dass uns bei weitem nicht genug mit auf den Weg gegeben wurde, um sich alleine auf diesem Standbein selbstständig machen zu können oder gar seine Existenz darauf aufzubauen.

Nicht falsch verstehen, ich habe wahnsinnig viel dazu gelernt, und das möchte ich auch nicht missen. Dieses ganze Wissen ist für mich enorm wertvoll. Und das war ja auch ursprünglich mein Ziel: ich wollte etwas für Geist und Seele tun, das in erster Linie mir und meinen Hunden einen Mehrwert bringt. Mittlerweile habe ich aber selber an meinen Lebensumständen gedreht und hätte gerne in diesem Beruf gearbeitet. Dies sehe ich aber mittlerweile anders. Ich habe einfach das Gefühl, ich habe nichts halbes und nichts ganzes gemacht. Nicht zuletzt auch wegen der Gesetzesänderungen im deutschen Tierschutzgesetz, genauer gesagt Paragraph 11, der Hundetrainern und allen Leuten die selber Hunde ausbilden oder Dritte dazu anleiten einen Sachkundenachweis abverlangt. Je nach Bundesland erweist sich diese Barriere als mehr oder weniger schwierig und natürlich ist diese „Prüfung“ der Sachkunde nicht massgeschneidert auf meine Ausbildung. Im Grunde genommen wäre diese Regelung eine klare Aufwertung dieses Berufsstandes, weil sich nicht mehr jeder ohne Ausbildung und eventueller mit fehlender Sachkenntnis Hundetrainer nennen oder schimpfen kann.
Die Behörden gehen aber teilweise mit einer Willkür vor, dass einem angst und bange wird.
Ich bezweifle, dass ich als Hundegesundheitstrainer optimal vorbereitet bin. Dies kann man natürlich niemandem zum Vorwurf machen: Gesetze ändern sich nun mal.

Mir ist auch nach längerer Reflexion bewusst geworden, dass ich eigentlich in den Seminaren am meisten gelernt und verinnerlicht habe. Sei es in den nicht verpflichtenden Wochenend- und Blockseminaren bei der ATM oder die freiwillig dazu gebuchten Seminare bei der FITH. Im Grunde genommen haben mir also die Bausteine am meisten gebracht, die zum Studium gar nicht dazugehören oder kein verpflichtender Bestandteil sind. Das gibt mir auch zu denken.
Die 5 Seminare, die ich bei der FITH belegt habe, waren wirklich wahnsinnig spannend und lehrreich. Noch dazu haben diese 10 Tage mir am meisten Spass gemacht. Jetzt ist es so, dass diese 5 Seminare integraler Bestandteil des Studiums zum klassischen Hundetrainer bei der Akademie für Tiernaturheilkunde in der Schweiz (ATN) sind. Ausserdem beinhaltet mein Studium zum Hundegesundheitstrainer bei der ATM die Hälfte der Lektionen, die der Hundetrainer bei der ATN durchlaufen muss. Auf Nachfrage bei der ATN bekam ich die Antwort, dass mir sämtliche besuchten Seminare, wie auch die bestandenen Lektionen anerkannt würden. Ich könnte also mit einem recht akzeptablen zeitlichen und finanziellen Mehraufwand den Hundetrainer anhängen.

In meiner Vorstellung sehe ich in der Kombination Hundegesundheitstrainer und Hundetrainer viele Vorteile und eben in meinem bisherigen Studium wieder den Mehrwert, den es eigentlich verdient hat. Ich habe so wahnsinnig viel über die Gesundheit und den Körper der Hunde gelernt, ebenso ist das ganze Kapitel Ernährung ein wirkliches Atout und die errungene Kompetenz auf diesem Gebiet sicherlich ein Mehrwert, der sich auch geschäftlich nutzen lassen kann. Diese Kombination könnte mein aktuelles Gefühl von „nix halbes und nix ganzes“ wieder in eine runde Sache verwandeln.

Liest sich eigentlich gut, oder? Ich könnte bei der ATN anfangen wann immer ich möchte.

Leider gibt es einen kleinen Haken. Und da sind wir leider wieder bei der Aussage angekommen, dass man lieber nichts schreibt, wenn man nichts nettes sagen kann…? Ich stelle mich meinem moralischen Dilemma aber diesmal. Auch wenn ich genau weiss, wer hier alles mit liest.

Meine Kolleginnen, die mit mir im Sommer 2014 in den Praktika waren und ich, versuchen seit sage und schreibe 4 Monaten einen Termin für unsere Prüfung zu bekommen. Per Email und Schreiben an die Leiterin der Praktika, an das Sekretariat wie an den Geschäftsführer der ATM, über den E-Tutor wie auch per Telefon. Die Antworten sind entweder widersprüchlich oder ausflüchtend, zum Teil werden Nachfragen einfach ignoriert und versprochene Rückrufe erfolgen nicht.
Ich bin mittlerweile so weit, dass ich meinen Rechtsbeistand in der Sache konsultieren möchte.
Meinen Teil des Vertrags habe ich erfüllt, die ATM hinkt, was die Organiation der Prüfung angeht, leider hinterher, von anderen bis heute nicht erbrachten aber vertraglich fest gehaltenen Leistungen mal ganz abgesehen. Mehrfach habe ich versucht zu argumentieren, dass zum Teil Existenzen an dieser Prüfung hängen, auch das scheint wenig zu interessieren. Nachdem ich am 31. Januar ein allerletztes Mal auf direktem Weg und ohne Rechtsbeistand versucht habe, einen Termin für die Prüfung zu bekommen, warte ich auf Antwort – schon wieder. Auf den versprochenen Rückruf vom Sekretariat der ATM warte ich seit 6 Tagen. Dieser Zustand ist in meinem Augen völlig inakzeptabel! Leider musste ich in der Zwischenzeit feststellen, dass auch schon bei Vorgängern von mir und meinen Kollegen die Zustände mehr als chaotisch waren.
Ich möchte nur anmerken, dass ich und viele andere viel Geld für diese Ausbildung zahlen. Wir sind de facto zahlende Kunden und keine naiven Schüler, die der Willkür der Schulleitung ausgeliefert sind. Ich erwarte in einem angemessenen Zeitabstand eine faire Prüfung, nachdem ich alle meine Monatsraten schon im November gezahlt habe!

Wie könnte ich mich zu einem neuen Studium anmelden, wenn ich noch nicht die geringste Ahnung habe, wann ich das jetzige abschliessen kann? Ich weiss nicht, wann ich nach Berlin oder Bad Bramstedt reisen muss, die Vorbereitungszeit spielt natürlich eine wichtige Rolle und ausserdem hätte ich noch gerne ein Praktikum bei einem Tierarzt gemacht um die Allgemeinuntersuchung nochmal zu üben. Dass dies alles eine gewisse Organisation voraussetzt, ist denke ich jedem klar. Wenn dann noch die Existenzgründung mit in der Schwebe hängt, Hunde versorgt werden müssen und bei vielen meiner Kolleginnen Familie und Beruf noch mit unter einen Hut gebracht werden sollen – das alles macht es nicht einfacher.

Wenn ich mich bei der ATN anmelde müsste ich mich bei der FITH auch für die Seminare einbuchen. So lange ich nichts Konkretes planen kann, leider ein Ding der Unmöglichkeit.

Mein Fazit nach Abschluss der Lektionen und VOR der Prüfung:

  • Hundegesundheitstrainer – ja, aber nur in Kombination mit einem anderen Beruf, wenn man sich nachher selbstständig machen möchte. Man sollte unbedingt alle angebotenen Seminare besuchen, denn die Qualität ist super.
  • ATM – für mich leider nicht mehr, es sei denn, ich würde mich für das Aushängeschild „Tierheilpraktiker“ entscheiden; dort sind die allgemeinen Bemühungen und scheinbar auch die Organisation deutlich ambitionierter.

Ich hoffe, dieser Beitrag beantwortet auch zum Teil die noch ausstehenden Fragen meiner Leser auf die ich noch nicht geantwortet habe. Ich wünschte mir mittlerweile ab und zu ich hätte ein solches Feedback vor der Anmeldung lesen können. Ich hätte mich wahrscheinlich trotzdem FÜR das Studium entschieden, was ich auch bis jetzt nicht bereue, aber meine Erwartungshaltung wäre eine andere gewesen.

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